LG Optimus 4X HD im Test

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Seit gestern habe ich endlich die Möglichkeit, das LG Optimus 4X HD zu testen, da ich es zum Geburstag bekommen habe. Natürlich möchte ich Ihnen meinen Eindruck von diesem Gerät nicht vorenthalten, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, einen ausführlichen Testbericht zu schreiben. Ich möchte dabei vor allem auf die wichtigsten Hardware-Komponenten und die Praxistauglichkeit des neuen Flaggschiffs von LG eingehen. Aber auch die Software werde ich am Ende dieses Artikels unter die Lupe nehmen.

1) Austattung und Lieferumfang

Neben dem eigentlichen Gerät liefert LG einen obligatorischen USB-Ladeadapter und ein USB-Kabel zum Laden und Verbinden mit dem PC mit. Weiterhin liegen dem Optimus 4X HD eine Kurzanleitung und zwei Aufkleber bei, die mittels Nahfeldkommunikation (NFC) Einstellungen, wie zum Beispiel das Ausschalten sämtlicher Netzwerkverbindungen, die Lautstärke oder die Displayhelligkeit, am Gerät vornehmen können. Hierzu muss das Gerät lediglich in die Nähe des Aufklebers gebracht werden. Zudem wird auch ein passender In-Ear-Kopfhörer mitgeliefert, der jedoch einen etwas billigen Eindruck macht. Der Lithium-Ionen Akku liegt dem Gerät ebenfalls bei und muss nur noch eingesetzt werden.

2) Überblick über die Hardware

LG setzt bei seinem neuen Flaggschiff auf den leistungsstarken Nvidia Tegra 3 Prozessor, dessen vier Kerne mit einem maximalen Takt von 1,5 Gigahertz arbeiten, sowie einen Geforce Grafikchip, der eine uneingeschränkte Multimedia-Tauglichkeit garantieren soll. Ausgestattet ist das Optimus 4X HD mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher und einem internen Datenspeicher von 16 Gigabyte, der mithilfe einer maximal 64 Gigabyte großen Micro-SD Karte erweitert werden kann.

2.1) Display

Der erste Eindruck des 4,7 Zoll großen Displays ist mehr als positiv. LG vertraut hier im Gegensatz zu beispielsweise Samsung nicht auf ein AMOLED-Display, sondern setzt auf die herkömmliche LCD-Technik unter Verwendung eines 1280×720 Pixel großen IPS-Panels. Diese Technik erlaubt sowohl eine sehr gute Lesbarkeit selbst bei einem flachem Betrachtungswinkel als auch eine gute Helligkeit von 587 Candela pro Quadratmeter, die das Ablesen des Displays selbst bei direkter Sonneneinstrahlung ermöglicht. Die Pixeldichte beträgt 313 Bildpunkte pro Zoll, liegt also nur knapp unter der des iPhones (326 ppi), was in einer hohen Schärfe und gut lesbarer Schrift resultiert.
Nachteilig gegenüber AMOLED-Displays ist der vergleichsweise geringe Kontrast. Hierdurch wirken die Farben teils etwas blasser als beispielsweise beim Samsung Galaxy S2.

2.2) Kamera

LG verbaut zwei Kameras im Optimus 4X HD, eine Frontkamera mit einer Auflösug von 1,2 Megapixeln und eine rückseitig verbaute Kamera, die mit maximal 3.264 x 2.448 Bildpunkten (8 Megapixel) auflöst und über einen 4-fachen digitalen Zoom verfügt. Die Aufzeichnung von Videos erfolgt mit voller HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln. Die Bildqualität ist sehr gut, teilweise kommt es jedoch dazu, dass die Kamera den Fokus verliert, weshalb das Bild unscharf wird. Dank einer Auslöseverzögerung von nur 0,15 Sekunden ist die Kamera jedoch bestens für schnelle Schnappschüsse geeignet.

2.3) Akku

Der serienmäßig verbaute Lithium-Ionen Akku hat eine Kapazität von satten 2.150 Milliamperestunden, die aber auch nötig sind, um das Smartphone problemlos einen Tag lang betreiben zu können. Dieses scheint nämlich nicht gerade sehr sparsam zu arbeiten, weshalb der Akku bei intensiver Nutzung bereits nach etwa 10 Stunden neu geladen werden muss. Im Vergleich dazu hält der Akku des Samsung Galaxy S3 knapp zwei Stunden länger. Der Hauptverbraucher beim Optimus 4X scheint dabei nicht das Display, sondern der Prozessor zu sein. Dies merkt man auch deutlich dadurch, dass das Gehäuse des Smartphone nach längerer Nutzung mit einer Temperatur von etwa 30 Grad Celsius vergleichsweise warm wird.

2.4) Gehäuse und Verarbeitung

Das aus Kunstoff gefertigte Gehäuse des LG Optimus 4X HD misst 132,4 Millimeter in der Länge, 68,1 Millimeter in der Breite und kommt auf eine Dicke von 8,9 Millimetern, ist also nicht ganz so flach wie zum Beispiel das S3 oder das iPhone. Umfasst wird das Gehäuse durch zwei parallel verlaufende Streifen in Chromoptik, in deren Mitte sich ein Streifen aus strukturiertem Kunststoff befindet, der die Griffigkeit des Gerätes verbessern soll.

Insgesamt versucht LG beim Optimus 4X HD, das Gehäuse im Verhältnis zum Display möglichst kompakt zu halten, so ist der Rand zwischen Display und Gehäusekante gerade einmal 4 Millimeter breit. Einhergehend ist die Gehäuseform eher rechteckig und kantig, worunter die Ergonomie leidet. Dennoch ist zumindest in meinem Fall eine problemlose Bedienung mit nur einer Hand möglich. Personen mit sehr kleinen Händen werden bei der einhändigen Bedienung allerdings Probleme bekommen.

Die Haptik ist bedingt durch die Materialwahl nicht annähernd so gut wie beim iPhone. Gerade die Rückseite wirkt mit ihrer an Rauhfasertapete angelehnten Struktur etwas billig. Die vergleichsweise hohe Masse von 141g verleiht dem Gerät jedoch eine gewisse Wertgikeit, die durch die durchgehend aus Glas bestehende Front mit ihren drei weiß beleuchteten Sensortasten unterstützt wird.

2.5) Kopfhörer und Lautsprecher

Der obligatorische Lautsprecher des Optimus 4X HD befindet sich auf der Rückseite des Gehäuses. Die Soundqualität ist für die üblichen Signaltöne vollkommen ausreichend, Musik sollte man sich jedoch nicht über den verbauten Lautsprecher zumuten. Die Klangqualität ist wie bei jedem Smartphone, das ich bisher getestet habe, vollkommen unzureichend. Anders sieht es jedoch aus, wenn man auf die mitgelieferten Kopfhörer zurückgreift. Hier ist die Tonqualität durchaus in Ordnung, Höhen und Mitten werden zumindest bis zu einer bestimmten Lautstärke sauber wiedergegeben, lediglich im Tieftonbereich könnte die Wiedergabe etwas druckvoller sein. Alles in allem eignet sich das Optimus 4X HD aber gut zum gelgentlichen Musikhören.

2.6) Mikrofon und Sprachqualität beim Telefonieren

Die Sprachqualität des LG Optimus 4X HD hat mich ein wenig überrascht. Die Sprache klingt sehr natürlich, wird nicht verzerrt oder klingt blechern. Somit kann man sicher sein, dass man vom Gesprächspartner problemlos verstanden wird. Auch die integrierte Sprach-Memo-Funktion funktioniert zusammen mit dem Mikrofon sehr gut. Gleiches gilt für die von Google angebotene Sprachsteuerung, die standardmäßig auf dem Optimus 4X HD installiert ist.

3) Software

Ab Werk liefert LG das Optimus 4X HD mit Android 4.0 Ice Cream Sandwich aus. Der Hersteller setzt dabei auf die eigene Benutzeroberfläche Optimus UI 3.0, die sehr flexibel und in vielen Aspekten durch den Benutzer anpassbar ist. so zum Beispiel können verschiedene Scroll-Animationen, bis zu fünf Homescreens, unterschiedliche Icons, Ordner, usw. verwendet werden. Ein weiteres Beispiel für die hohe Flexibilität sind die Schnellzugriffsicons im Notification-Center, die Sie frei auswählen können. Zudem bietet LGs User Interface eine Quick-Memo genannte Funktion, mit der Sie einen Screenshot erstellen, auf diesem Notizen machen und ihn schließlich hochladen können. Was mir persönlich hingegen weniger gefällt, ist die Tatsache, dass LG verschiedene Apps vorinstalliert hat, die sich nicht ohne Weiteres deinstallieren lassen.

4) Fazit

Das LG Optimus 4X HD stellt eine sehr empfehlenswerte Alternative zum Samsung Galaxy S3 dar. Es liegt leistungstechnisch auf etwa demselben Niveau und kostet zur Zeit mit etwa 380 Euro knapp 100 Euro weniger als das S3. Größere praktische Probleme konnte ich bisher nicht feststellen, lediglich die Akkulaufzeit könnte besser sein. Es wäre wünschenswert, dass LG hier durch zukünftige Softwareupdates nachbessert.

Bildquelle: amazon.com

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1 Kommentar zu "LG Optimus 4X HD im Test"

  • [...] gut drei Wochen besitze ich das LG Optimus 4X HD, über das ich bereits ein Review geschrieben habe. In diesem Artikel möchte ich nun ergänzend zum Review einige Erfahrungen, die [...]