IERS verordnet Schaltsekunde am 1. Juli

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Zur Abstimmung der koordinierten Weltzeit UTC auf die internationale Atomzeit TAI hat der Internationale Erd-Rotations-Service (IERS) das Hinzufügen einer Schaltsekunde in der Nacht zum 1. Juli verordnet. So wird auf 23:59:59 UTC zunächst 23:59:60 folgen und danach erst 0:00:00. Die zusätzliche Schaltsekunde wird durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig automatisch in die verbreiteten Zeitsignale eingefügt.

Hintergrund für das Einfügen von Schaltsekunden ist die Definition der Sekunde. Im Jahr 1967 wurde die Sekunde als das 9.192.631.770fache der Periodendauer einer Schwingung im Cäsiumatom festgelegt und orientierte sich damit an den in den vorhergegangenen Jahrzehnten gesammelten Daten über die Rotationsdauer der Erde und damit der astronomischen Zeit UT1. Eine Sekunde entsprach rückwirkend berechnet exakt dem 86.400en Teil eines Tages im Jahr 1958. Da die Rotationsdauer der Erde allerdings nicht konstant und zum heutigen Zeitpunkt wesentlich geringer als im Jahr 1958 ist, wurde 1972 eine neue Zeitskala mit Schaltsekunden eingeführt – die koordinierte Weltzeit UTC. Die Schaltsekunden erlauben es, die astronomische Zeit UT1 stets im Einklang mit der internationalen Atomzeit zu halten. Wird eine zu große Abweichung zwischen den beiden Zeiten durch den IERS festgestellt, wird eine Schaltsekunde zur Synchronisation von UT1 und Atomzeit eingefügt. Somit wird eine maximale Ungenauigkeit zwischen UT1 und Atomzeit von +/-0,9 Sekunden erreicht.
Die jetzt kommende Schaltsekunde ist die 25. seit dem 01.01.1972 und folgt auf die letzte Schaltsekunde vom 01.01.2009. Die stark variierenden Zeitintervalle zwischen den einzelnen Schaltsekunden machen deutlich, wie groß die Abweichungen der Tageslängen im Verlaufe einiger Jahre tatsächlich sind. So vergingen beispielsweise zwischen der 22. und 23. Schaltsekunde acht Jahre, während es danach nur drei Jahre waren und jetzt dreieinhalb Jahre.

Abweichung der tatsächlichen Tageslänge vom 86.400 Sekunden-Tag (Bild: wikipedia.org)

Quellen:
Physikalisch-Technische Bundesanstalt
Pro-Physik.de

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