Der Weg zur eigenen Webseite

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Ich erinnere mich gerade daran, wie mir vor gut einem Jahr die Idee kam, eine eigene Webseite zu erstellen, auf der ich meine ganzen Projekte veröffentlichen wollte und auch daran, dass ich nicht die leiseste Ahnung hatte, wie man sich eine Webseite erstellt und was man dabei alles beachten beachten muss.
Deshalb habe ich beschlossen an dieser Stelle eine Anleitung für das Erstellen einer eigenen Webpräsenz zu schreiben. Vorweg sei noch kurz erwähnt, dass man heutzutage keine umfassenden Kenntnisse in PHP und HTML mehr braucht, um eine professionelle Webseite zu erstellen.

Bevor man sich mit der eigentlichen Webseite beschäftigen kann, muss man sich erst einmal um die technische Basis der Webseite kümmern. Hierzu gehören der Webserver und eine Domain für die Seite. Im Folgenden gehe ich auf diese beiden Aspekte näher ein.

1) Der Webserver

Ein Administrations-Panel für einen Webserver. Hier können Datenbanken und FTP-Accounts erstellt werden.

Der Webserver bildet die Basis einer Webseite. Dabei handelt es sich um einen Computer, auf den man via Internet zugreifen kann. Auf diesem Server befinden sich alle Dateien einer Webseite und werden von dort aus global verfügbar gemacht. Des Weiteren liegt auf dem Server auch eine Datenbank, in der alle späteren Inhalte der Webseite gespeichert werden. Zu guter Letzt besitzt der Webserver die wichtige Aufgabe, alle PHP-Skripte und damit Funktionen der Webseite auszuführen.

Soviel zu den technischen Hintergründen. Für den Anwender ist jedoch viel interessanter, woher man einen solchen Webserver bekommt. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder mietet man sich einen professionellen Webserver, was jedoch mit laufenden Kosten verbunden ist.

Auch Anbieter von kostenlosem Webspace bieten dem Nutzer verschiedene Einstellungsmöglichkeiten. Der Pfeil markiert die Benutzerdaten für einen FTP-Zugang.

Andererseits gibt es im Internet zahlreiche Anbieter für kostenlosen Webspace, wie zum Beispiel bplaced.net oder co.de. Es gibt natürlich noch weitaus mehr kostenlosen Webspace im Internet. Beachten sollte man bei der Registrierung, dass der Webspace genügend groß ist (1-2 Gigabyte) und PHP- und SQL-fähig ist. SQL-fähig bedeutet, dass man auf dem Webspace Datenbanken einrichten kann, wie sie für dynamische Weebseiten unbedingt erforderlich sind. Außerdem muss der Webspace mindestens einen FTP-Account bieten, über den später Daten auf den Server hochgeladen werden können. Die meisten Anbieter bieten alle diese Funktionen, jedoch variiert die maximale Anzahl an beispielsweise FTP-Accounts oder Datenbanken zwischen den einzelnen Angeboten stark. Auch sollte man darauf achten, dass der Webspace ausreichend schnell ist. Abschließend muss beim kostenlosen Webspace auch noch das Thema Werbung angesprochen werden. Die Serverbetreiber stellen ihre Server schließlich nicht aus Nächstenliebe kostenlos zur Verfügung, sondern wollen Geld verdienen. Üblicherweise geschieht das durch Werbung, die auf allen Webseiten eingeblendet wird, die sich auf dem Server des Betreibers befinden.

2) Die Domain

Jede Webseite braucht ihre eigene Domain, d.h eine eigene Internetadresse, wie zum Beispiel projects.lb-home.de. Vereinfacht gesagt wird über diese Adresse der Webserver angesprochen, auf dem sich die Webseite befindet. In der Praxis ist es noch etwas komplizierter, denn hier ist zunächst ein sogenannter DNS-Server dafür zuständig, die Adresse in die zugehörige IP des Webservers aufzulösen. Wenn man eine eigenen Domain kauft, kann man diese Einstellungen nach Belieben konfigurieren. So ist es zum Beispiel auch möglich statt eines Namens, direkt die IP anzugeben. Allerdings ist es doch etwas unbequem anstatt google.de oder projects.lb-home.de immer eine zwölfstellige Zahlenfolge einzugeben.
Doch um wieder zum Thema zu kommen, auch bei Domains gibt es wieder eine kostenlose und eine mit laufenden Kosten verbundene Lösung. Oben genannte Angebote für Webspace enthalten neben dem Webspace auch immer eine Domain, ansonsten könnte man nicht auf diesen Webspace zugreifen. Die meisten kostenlosen Domains haben jedoch den großen Nachteil, dass sich dabei nur um Subdomains handelt. Praktisch heißt das, dass eine solche Domain nie auf .de oder .com endet, sondern auf z.B. .co.de oder .co.cc. Eine solche Subdomain kann man sich damit natürlich um einiges schwerer merken als eine richtige Domain. Aus diesem Grund empfehle ich den Kauf einer Domain. Auch hier gibt es wieder etliche Anbieter mit ganz unterschiedlichen Preisen und Angeboten. Meine Domain (lb-home.de) beispielsweise habe ich bei www.proplay.biz für 3€ pro Jahr gekauft. Die Preise variieren je nach Anbieter und Topleveldomain (.de, .com, .org, etc.) stark.

3) Die Webseite

Das WordPress Backend: Hier können alle Einstellungen der Webseite vorgenommen und Inhalte erstellt werden.

Wenn man sich Webspace und Domain besorgt hat, kann man sich der eigentlichen Webseite widmen. Auch hier gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten. Da es sich hierbei um einen Artikel für Anfänger in Sachen Webauftritt handelt, möchte ich an dieser Stelle ausschließlich auf sogenannte Content-Management-Systeme eingehen und die Programmierung einer eigenen Webseite außen vorlassen. Content-Management-Systeme erlauben es Anwendern, nach der Installation ihre eigene Webseite aufzubauen, Inhalte zu verfassen und die Seite zu präsentieren. Bekannte Beispiele für solche Systeme sind WordPress und Joomla. Hier muss man einfach nach persönlichem Belieben und dem späteren Anwendungsgebiet der Seite entscheiden. WordPress beispielsweise eignet sich hervorragend für das Erstellen von Blogs, während Joomla vor allem für Webseiten im klassischen Sinne geeignet ist. Ein weiterer Vorteil von CMS-Systemen ist ihre hohe Flexibilität. Es gibt hunderte Plugins, Designs und Templates, die kaum einen Wunsch offen lassen und mit denen man seine Seite nach Belieben konfigurieren kann.

Mit dem FTP-Client Filezilla können Daten auf den Webspace hochgeladen werden. Unter (1) werden die Zugangsdaten verwaltet, (2) stellt die Verzeichnisstruktur des Webspace dar, während (3) die Dateien auf dem lokalen PC anzeigt.

Zur Installation einer solchen Software geht man wie folgt vor. Zuerst lädt man sich die entsprechenden Dateien aus dem Internet herunter. Diese Dateien müssen anschließend auf den Webserver hochgeladen werden. Dazu wird das File-Transfer-Protocol FTP verwendet, für das ein Client erforderlich ist, den man zunächst installieren muss. Ich empfehle hierfür das Programm FileZilla. In dieses Client-Programm gibt man seine FTP-Verbindungsdaten ein, die man vom Anbieter des Webspace erhalten hat. Ist das geschehen und man hat sich erfolgreich mit dem Server verbunden, sieht man eine explorer-ähnliche Oberfläche. Je nach Anbieter des Webspace gibt es unterschiedliche Verzeichnisse, in die man die hochzuladenden Datein einfügen muss. Üblich sind Verzeichnisnamen wie htdocs oder www. Ist der Upload der Dateien abgeschlossen, kann man die Domain der Seite in den Webbrowser eingeben. Jetzt sollten im Falle von WordPress einige Installationsanweisungen folgen, nach deren Abschluss die Webseite zur Verfügung steht. Bei anderen Systemen sieht es mit der Konfiguration ähnlich aus. Eventuell muss man zu Beginn noch ein spezielles Verzeichnis auf dem Server aufrufen, um die Installation des CMS-Systems zu starten. Hierzu lohnt sich ein Blick in die Dokumentation der entsprechenden Software.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Anleitung einen kleinen Einblick in den Installationsprozess einer Webseite geben und Sie dazu anregen, eine eigenen Webpräsenz zu erstellen.

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