[Anleitung] Mini-PC zusammenbauen

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Ob als Wiedergabegerät für den Fernseher, als Homeserver oder einfach als PC zum Surfen, ein Mini-PC ist universell einsetzbar. Dabei soll er allerdings immer möglichst leise, energieffizient und meistens auch optisch ansprechend sein.
In diesem Artikel möchte ich Ihnen zeigen, wie ein solcher Mini-PC zusammengebaut wird, worauf man achten muss und wie man die Komponenten richtig auswählt.

1) Die Komponenten

Das Mainboard: Ein Zotac IONITX A – E330 bildet eine solide Plattform für die meisten Anwendungen und erfüllt dank Dualcore Prozessor auch schon etwas höhere Ansprüche. Um Prozessor und Grafikkarte muss man sich nicht kümmern, denn diese sind bereits auf dem Motherboard verbaut, was auch den Preis von rund 150€ ausmacht. Zudem kommt diese Variante des Zotac ION Boards mit einem integrierten Wlan-Empfänger samt Antenne, sowie einer OnBoard Soundkarte und einer externen Stromversorgung ähnlich wie beim Laptop. Alternativ ist auch ein Board mit normalem Stromstecker verfügbar, falls man auf ein internes Netzteil setzten möchte. Ansonsten bietet das Board alle für Multimedia-Anwendungen benötigten Schnitstellen wie HDMI, DVI und VGA zum Anschluss an einen PC-Monitor oder Fernseher und USB, eSata und natürlich Gigabit Lan. Auf einen PCI(e) Slot für eine externe Grafikkarte oder andere Geräte muss man allerdings verzichten.

Der Arbeitsspeicher: Für anspruchslose Anwendungen wie Surfen und die Wiedergabe von DVDs reichen 2GiB Arbeitsspeicher voll aus. Möchte man allerdings etwas mehr mit seinem Mini-PC anfangen oder soll dieser als Server eingesetzt werden, sind jedoch 4GiB Arbeitsseicher empfehlenswert. Ich nutze 4GiB TeamGroup DDR2 RAM, da das Zotac Board noch auf den DDR2 Standard setzt.

Das optische Laufwerk:
Je nach Verwendungszweck muss man sich entscheiden, ob man ein BluRay Laufwerk verwenden möchte oder ob ein günstiges DVD Laufwerk ausreicht. Da Mini-PCs für den Einsatz als Wiedergabegerät für Fernseher prädestiniert sind, ist ein BluRay Laufwerk natürlich die bessere Wahl – wenn auch zu asten des Geldbeutels. Da ich keinen Fernseher habe und meinen Mini-PC nicht zur Filmwiedergabe benötige, nutze ich ein einfaches DVD Laufwerk. Dieses ist im für Notebooks üblichen Slimline-Format ausgeführt und zum Betrieb an Desktop Hardware wird ein Adapter benötigt.

Das Gehäuse: Als Gehäuse werde ich ein ganz besonderes Schmuckstück verbauen, das ich für 100€ im Computerbaseforum erstanden habe. Es ist komplett aus Aluminium gefräst und anschließend eloxiert worden.  Neben dem Motherboard und zwei 2,5″ Festpaltten kann ein Slot In Laufwerk  verbaut werden. Der Nachteil ist hierbei der höhere Preis gegenüber normalen 5,25″ Laufwerken. Zudem bietet es Einbaumöglichkeiten für ein Multimedia Frontpanel mit Fernbedienung und Display. Allgemein richtet sich die Gehäusewahl nach dem persönlichen Geschmack. Einzig auf das Platzangebot und die Kühlung sollte man beim Kauf generell achten.

Die Festplatte: Auch die Festplatte sollte entsprechend des Anwednungsgebietes gewählt werden. Möchte man sich einen HTPC bauen, der nur als Wiedergabegerät dient, reicht schon eine kleine Festplatte ab 160GiB. Wirklich Sinn macht eine solche Festplatte allerdings nicht, da es 500GB schon für 10€ Aufpreis gibt. Zumal man beim HTPC auch meistens Filme oder Musik auf dem Rechner speichern möchte. Hier sind 500GiB dann eher die Untergrenze. Im Bereich um 1TiB wird es dann im 2,5″ Format schon etwas teurer, mit 90€ sollte man hier rechnen. Strebt man allerdings eine Nutzung als Server im privaten Heimetwerk an und möchte den Rechner als Datengrab verwenden, so sollte man schon darauf achten, dass der Festaplattenspeicherplatz ausreichend dimensioniert ist. Abseits von HDDs lässt sich natürlich auch der wesentlich schneller, lautlose, aber dafür teure Flash-Speicher verwenden. Ob an allerdings bereit ist 1000€ für rund 500GiB Speicherplatz auszulegen, ist fraglich. Bei der Nutzung von Flash-Speicher ist grundsätzlich die Kombination aus einer kleinen SSD als Systemlaufwerk  und einer herkömmlichen HDD als Datengrab zu empfehlen. Bei meinem Projekt wird eine herkömmliche HDD von Samsung mit 750GiB Kapazität zum Einsatz kommen.

Zubehör: Für einen Wohnzimmer-PC, der vorrangig zur Wiedergabe von Medien genutzt wird, sind ein Display, sowie eine Fernbedienung zu empfehlen. Somit kann der PC bequem vom Sofa aus bedient werden und auf dem Display können nützliche Systeminformationen, Emails, Nachrichten und vieles mehr angezeigt werden. In meinem Fall kommt nach genauer Abwägung der Kosten keine selbstgebaute Lösung, sondern eine Komplettlösung von Silverstone, das  Silverstone SST-MFP51S Media Frontpanel zum Einsatz. Hier sind Display und Empfänger für die Fernbedienung auf einer Platine untergebracht. Das System basisiert auf der iMon Software, welche eine sehr individuelle und umfangreiche Konfiguration ermöglicht.

2) Der Zusammenbau

Werkzeug: Für den Zusammenbau wird eine kleine Auswahl an Werkzeug benötigt. Einen Kreuz- und einen Schlitzschraubendreher in mittlerer Größe sollte jeder in der Bastelkiste haben. Des Weiteren empfehle ich ein paar Zangen (Seitenschneider, Spitzzange) und eine Schere.

Einbau des Hardware: Sinnvollerweise beginnt man beim Zusammenbau mit den Komponenten, die am schlechtesten zugänglich sind bzw. die später durch andere Komponenten verdeckt werden. Je nach Gehäuse können das Netzteil, Festplatten oder optische Laufwerke sein. Zuvor jedoch sollte man den Arbeitsspeicher und, sofern nicht fest verlötet, den Prozessor auf in die entsprechendne Sockel auf dem Motherboard einsetzen. Ansließend kann das Mainboard mit Abstandsbolzen im Gehäuse verschraubt werden, dies geschieht je nach Formfaktor mit vier bis neun Schrauben. Sofern vorhanden wird jetzt die dedizierte (nicht fest auf dem Motherboard verbaute) Gafikkarte in den entsprechenden Slot auf dem Motherboard gesteckt. Anschließend können  Festplatte und optisches Laufwerk im Gehäuse verschraubt werden. Nun folgt die Monatge des  Netzteils und Verkabelung aller Komponenten. Das Motherboard wird meist über den 24-poligen ATX-Stromstecker angeschlossen, während neuere Festplatten und optische Laufwerke über Sata- oder Molex-Stromstecker mit Strom versorgt werden.  Die Grafikkarte muss je nach Leistungsaufnahme gar nicht zusätzlich mit Strom versorgt werden (bis zu 75W können über die PCIe Schnittstelle zur Verfügung gestellt werden) oder wird über einen oder mehrere 6- oder 8-polige PCIe-Stromstecker an das Netzteil angeschlossen.  Abschließend können alle Datenkabel wie Sata, USB, Audio, etc. auf die entsprechenden Buchsen/Stecker zwischen den Komponenten und dem Motherboard angeschlossen werden. Hierzu lohn tsich auch ein Blick in die Bedienungsanleitung des Motherboards, da hier sämtliche Anschlüsse  aufgelistet sind.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen anhand meines Mini-PCs einen kleinen Einblick in die Zusammenstellung und den Zusammenbau eines Computers geben.

Abschließend folgen noch einige Bilder meines Mini-PCs.

Hier kann man das Display sehr gut erkennen. Diese ermöglicht die Anzeige diverser Statusinformationen.

Seitenansicht

Ansicht auf alle “Innereien”. Hier erkennt man gut, dass jeder Millimeter Platz genutzt wird.

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